„Der sogenannte ‚Zukunftsdialog‘ mittels eines Bürgerdialoges auf der Internetplattform der Bundeskanzlerin ‚dialog-ueber-deutschland.de‘ muss sofort eingestellt werden. Denn er erweist sich inzwischen eher als „Dialog“ der Ewiggestrigen von NPD und Rassist_innen sowie aus deren ideologischem Umfeld, die die Möglichkeit mehrmals Stimmen abgeben zu können, dankend anzunehmen scheinen.  Es sei denn, die Bundeskanzlerin stört es nicht, dass Nazis und Rassist_innen die Manipulierbarkeit der Abstimmung über gesellschaftliche Fragen für ihr Agenda Setting nutzen.“ erklärt die Kampagne „Zusammen handeln! Gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung“. Die Kampagne weiter:

„Seit dem Start der Dialog-Plattform ist das Manipulationsproblem über Mehrfachabstimmungen bekannt. Doch offensichtlich legen die Macher der Seite wenig Wert auf eine möglichst manipulationssichere Internetabstimmung. Denn das einzige, was den Machern der Internetseite einfällt ist, zwischendurch die Stimmenanzahl für einige Vorschläge  auf Null zu setzen und eine zufällige Zeichenfolge, ein sogenanntes Captcha, einzuführen. Dieses mag zwar den Missbrauch etwas beschränken, verhindern kann es ihn nicht. Nach wie vor scheinen Mehrfachabstimmungen möglich. Darauf lassen eigene Prüfungen sowie der stetige und ungewöhnlich schnelle Zuwachs von Stimmenabgaben bei einigen Vorschlägen schließen. Der Bundeskanzlerin, so scheint es fast, kommt dies entgegen, kann sie  doch somit, die auf soziale und rassistische Ausgrenzung  beruhende Politik der Bundesregierung durch das vermeintliche Bürgervotum besser legitimieren.

Dass Nazis und Rassisten den „Zukunftsdialog“ als Plattform nutzen würden, dürfte auch die Bundesregierung kaum überraschen.  Wer es ernst meint, Nazis und Rassist_innen kein Forum bieten zu wollen, darf dazu nicht die Möglichkeiten wie auf dem Präsentierteller anbieten. Und schon gar nicht darf ihnen die Möglichkeit eingeräumt werden, Abstimmungen mittels Manipulationen zu instrumentalisieren. Wir fordern die Bundeskanzlerin auf, die Plattform so lange zu schließen, bis Manipulationen ausgeschlossen werden können.