Der Arbeitskreis „Marginalisierte – gestern und heute“ ruft zur Teilnahme auf:

„Am Donnerstag, dem 18. April 2013 um 11 Uhr wird die Einweihung der drei Litfaßsäulen zum „Arbeits- und Bewahrungshaus Rummelsburg“ und zu den Naziverbrechen an den als so genannte „Asoziale“ gebrandmarkten, stigmatisierten, verfolgten, zwangssterilisierten und ermordeten Menschen am Rummelsburger Ufer (10317 Berlin, verlängerte Friedrich-Jacobs-Promenade, am Umriss der ehemaligen Kirche) stattfinden.

Erstmals wird somit öffentlich an das Unrecht und die Naziverbrechen an sozial und rassistisch ausgegrenzten Menschen unter dem Stigma „asozial“ im Rahmen des Berliner Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“ erinnert. Davon betroffen waren Bettler/innen, Wanderer, Wohnungslose, Homo*Menschen, Sexarbeiter/innen, „Kleinkriminelle“, Alkoholkranke, Frauen mit Kindern verschiedener Väter, so genannte „Arbeitsscheue“, Fürsorgeempfänger/innen aber auch explizit rassistisch verfolgte Menschen wie Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma. Zu dem konnte mit dem Stigma belegt und kriminalisiert werden, wer als angeblich „unangepasst“ nicht in das Bild der jeweiligen so genannten Mehrheitsgesellschaft bzw. der politisch Herrschenden passte. Anlass des Themenjahres und der Aufstellung der Litfaßsäulen ist der 80. Jahrestag der Machtergreifung der Nazis von 1933 und der 75. Jahrestag der Novemberpogrome des Jahres 1938.

Unser Anliegen und unsere Motivation liegt darüber hinaus an einer breiteren außerparlamentarischen Beteiligung an dem Prozess der Konzeption und Umsetzung eines Gedenk-, Lern- und Forschungsortes zur Geschichte von sozialer und rassistischer Ausgrenzung sowie deren Kontinuitäten und Brüchen unter Berücksichtigung der jeweiligen zeithistorischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Singularität der Naziverbrechen bis heute. Damit könnte nicht nur eine breitere gesellschaftliche Akzeptanz für den Gedenkort erreicht werden, sondern auch Einfluss auf die Definitionshoheit einer „staatlichen bzw. einer durch die herrschende Politik dominierten und motivierten Gedenkpolitik“ genommen werden. („Sich mit Kontinuitäten und Brüchen des Stigmas »asozial« auseinanderzusetzen, heißt für uns auch, den Bezug zu aktueller sozialer Ausgrenzung aufzuzeigen. Diese enthält weiterhin rassistische und sozialdarwinistische Komponenten. Neoliberale Parteien stellen sich jedoch nur ungern den Folgen ihrer Politik.“ http://bewegung.taz.de/organisationen/ak-marginalisierte-gestern-und-heute/blogeintrag/13-04-2012-nd-interview-rollback-in-rummelsburg)

Besonders freuen wir uns darüber, dass als Hauptredner_innen die Zeitzeug_innen:

Ilse Heinrich (http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/ravensbrueck/60639/ilse-heinrich)

Rita Vowe, Tochter des ermordeten Sinti-Boxers Johann Rukeli Trollmann (http://www.ndr.de/kultur/kino_und_film/ndr_produktionen/trollmann139.html)

eingeladen wurden. Daneben werden kleiner Beiträge durch den Bezirksbürgermeister Andreas Geisel, den ehemaligen Berliner Museums- und Gedenkstättenreferenten Rainer E. Klemke und dem Arbeitskreis „Marginalisierte-gestern und heute“ gehalten.

Das Bezirksamt schreibt weiterhin: „Mehrere Bezirkspolitiker, Historiker, Teilnehmer des Runden Tisches „Gedenken an der Rummelsburger Bucht“ sowie Schulen haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.“ (http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/freizeit/kultur/kultur036.html)

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